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Haftbefehl gegen Kindergarten-Erzieher aufgehoben

Datum: 17.12.2020

Kurzbeschreibung: Nachtrag zur Pressemitteilung vom 11.12.2020

Am 11.12.2020 war mitgeteilt worden, dass der Haftbefehl gegen einen Mann, der als Erzieher in einem Kindergarten in Rastatt tätig war und dort mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll, aufgehoben wurde. Diese Pressemitteilung ist aus ungeklärten Umständen von der Homepage der Staatsanwaltschaft Baden-Baden gelöscht worden, weshalb folgende Nachtragsmeldung erfolgt:

Dem 50jährigen Erzieher eines Kindergartens in Rastatt wird zur Last gelegt, zwischen Anfang 2017 und Mitte 2020 10 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren - teils schwer - sexuell missbraucht zu haben. Die Vorwürfe waren durch eine Strafanzeige der Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese Freiburg den Ermittlungsbehörden Anfang August 2020 bekannt geworden. Nach Durchführung erster kriminalpolizeilicher Ermittlungen wurde der bislang nicht vorbestrafte und die  Taten bestreitende Beschuldigte am 09.09.2020 verhaftet und kam in Untersuchungshaft.  Der zu diesem Zeitpunkt bestehende dringende Tatverdacht konnte nun nicht mehr aufrechterhalten werden. Bei der richterlicher Befragung mehrerer der möglicherweise geschädigten Kinder im Beisein einer Sachverständigen für forensische Kinder- und Jugendpsychiatrie ergaben sich derzeit nicht behebbare Widersprüche bzw. aussagepsychologische Auffälligkeiten, die zu dem - vorläufigen - Ergebnis führten, dass allein auf der Grundlage dieser Aussagen eine Verurteilung des Beschuldigten als nicht weit überwiegend wahrscheinlich erscheint. 

Die Beurteilung des dringenden Tatverdachts im Ermittlungsverfahren ist - neben dem Haftrichter - Aufgabe der Staatsanwaltschaft, die die Beweislage jederzeit im Auge haben und bewerten muss, um strafprozessuale Zwangsmaßnahmen ggf. anzupassen. Dieser Aufgabe ist die - sachverständig beratene - Staatsanwaltschaft unverzüglich nachgekommen und hat nach der Vernehmung bzw. Befragung mehrerer Kinder am 09.12.2020 die Freilassung des Beschuldigten angeordnet und beim Amtsgericht Baden-Baden die Aufhebung des Haftbefehls beantragt. Das Ermittlungsverfahren ist damit nicht eingestellt, vielmehr dauern die Ermittlungen noch an, um durch weitere Vernehmungen und Überprüfungen die weiterhin im Raum stehenden Tatvorwürfe aufzuklären.

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